Dienstag, 30. Oktober 2012

Watamu, Gede, Eid

Hallo meine Lieben!

Am Montag oder Dienstag meinte Mirko, der Freiwillige aus Mwatate, zumindest sinngemaess: "Nimm dir Donnerstag und Freitag frei, wir fahren bis Sonntag weg."
Hab ich gemacht.




Fast schon puenktlich trafen wir uns am verabredeten Ort und begaben uns zur Matatuhaltestelle, von der die Kleinbusse Richtung Malindi fahren. Sofort waren wir umzingelt von allen moeglichen Menschen, die uns dazu bewegen wollten, genau in IHR Matatu einzusteigen. Die Preise waren ziemlich undurchsichtig und irgendwann entschieden wir uns - wahrscheinlich im Nachhinein nicht ganz so gut - fuer ein Express-Matatu Richtung Malindi, dass uns trotzdem an der Gede-Junction rauslassen wuerde.
Kaum hatten wir Platz genommen, waren die Menschen zwar verschwunden, aber dafuer kamen jede Menge Haendler mit Getraenken, Sonnenbrillen, Spielzeugen und allem anderen Moeglichen zum Matatu.

Wir sassen vorne, hatten also auch die Gelegenheit, einiges von der Landschaft zu sehen. Anders als in Mombasa, in dem es einige Hochhaeuser und teilweise sogar Betonkloetze gibt, sind die meisten Huetten auf der Mombasa-Malindi Road aus Stroh und/oder Lehm, mit Bewohnern, die unter den naechsten Palmen im Schatten sitzen (zumindest die meisten, an denen wir vorbeigefahren sind. Natürlich sitzen nicht alle Kenianer immer ;) ).

Nach den etwa zwei Stunden Fahrt liess uns der Kondakta aussteigen (wir hatten schon befuerchtet, er wuerde uns bis nach Malindi fahren lassen) und wir nahmen ein weiteres Matatu fuer die nicht einmal 7 Kilometer nach Watamu.

Nachdem wir ausgestiegen waren, kamen vermutlich saemtliche Beachboys, die - obwohl wir ausserhalb der Saison kamen - von den Hotel- und Guesthousebesitzern Provisionen bekommen, wenn sie Gaeste vermitteln. So wurden wir erstmal zu den unterschiedlichsten Haeusern verschiedener Preisklassen geschleift und wurden, als wir uns fuer das Tiki House entschieden hatten, in Ruhe gelassen.



Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, gingen wir erstmal den Strand und den Ort erkunden. Zum Mittagessen gingen wir in ein Cafe, um das Touristen normalerweise einen grossen Bogen machen - echte Swahili Kueche. Leider schmeckte das Essen nicht so mega wie bei meiner Mutter ;)
Als naechstes gingen wir wieder an den Strand. Etwas schwimmen, etwas in der Sonne liegen... So, wie es sich halt aushalten laesst.

Uebrigens sind die meisten Touristen in Watamu - wie auch in Malindi, wo schliesslich einige Mafiabosse sich angeblich ein schoenes Leben machen - Italiener. Deshalb wird man nicht mit dem touristischen "Jamboooo, how are you?" begruesst, sondern mit einem "Ciao".

Eigentlich wollten wir abends ja ebenfalls guenstiges Swahili-Essen. Naja, wir haben uns für Pizza entschieden...

Der naechste Tag sollte ganz im Zeichen der Ruinenstadt Gede stehen. Diverse Rezensionen sagen aus, man solle moeglichst schon um 7 Uhr morgens da sein, damit man die Anlage fuer sich hat. Nachdem wir dann um 8 aufgestanden waren, wieder in einem lokalen Cafe gefruehstueckt hatten, mit dem vollgestopften Matatu zurueck nach Gede gefahren waren (ich wurde uebrigens als Ablage fuer ein Kleinkind misbraucht ;) Quasi nach dem Motto "Halt mal kurz". Hatte glaube ich auch etwas Angst vor mir...) und zu den Ruinen gewandert waren, war schon einige Zeit vergangen. Dennoch - die Ruinen waren nicht nur von ihren Bewohnern vor ueber 300 Jahren verlassen worden. Touristen waren auch keine da! Leider habe ich keine Fotos von den Tieren, die wir gesehen haben... Die waren alle immer viel zu schnell weg oder zu stark versteckt hinter Baeumen.









Am Nachmittag gings wieder an den Strand und wir beschlossen, bereits am Samstag nach Hause zu fahren. Zum einen war das wegen der Weiterreise nach Mwatate fuer Mirko einfacher, zum anderen hatte ich so noch die Gelegenheit, am Samstag Abend mit meiner Gastfamilie zu den Makadara Grounds zu gehen, wo die Eid-Feierlichkeiten stattfanden. Eid, das ist eines der wichtigsten muslimischen Feste, das Opferfest, das am Freitag stattgefunden hatte. Jede muslimische Familie schlachtet dort ein Tier. Bei meiner Familie wars eine Ziege und ehrlich gesagt war ich so ganz froh, davon weit entfernt zu sein ;)
Die Frauen haben sich in den Tagen davor uebrigens die Haare machen und Henna auftragen lassen.

Das Fest erinnerte im Grossen und Ganzen an ein Schuetzenfest oder einen Jahrmarkt oder so. Meine Gastmutter hat ein eigenes kleines Karussel-Ding, weswegen sie die letzten Abende jeden Tag dort war, um sich etwas Geld dazuzuverdienen.
Wie in Deutschland auch gibt es Zuckerwatte, Getraenke, Eis, Suessigkeiten und Spielzeug an irgendwelchen Staenden zu kaufen und natuerlich gibt es Fahrgeschaefte. Hier liegt aber der Unterschied zu den meisten deutschen Jahrmaerkten: In Kenia ist alles handbetrieben.
Die Besitzer der Fahrtgeschaefte - hauptsaechlich Kettenkarussels und hoelzerne Schiffschaukeln, aber nicht nur - stellen fuer die paar Tage einige junge Maenner an, die immer schoen anschubsen.
Dafuer kostet die Benutzung auch nicht so viel wie bei uns ;), Spass macht es aber trotzdem, vor allem, weil man meist laenger fahren darf.
Komisch war allerdings nur, dass ich die einzige Weisse unter einer rieeeesigen Menge Muslime war...

Das wars vorlaeufig mal wieder,
eure Tabea :)

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